Besonderheiten

Wie bei allen empirischen Studien gibt es bei der Sächsischen Längsschnittstudie einige methodische Besonderheiten, die bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten sind:

  • Es handelt sich um eine altershomogene Stichprobe erwachsener Ostdeutscher ausschließlich aus dem Bundesland Sachsen (Regionen um Leipzig und Chemnitz).
  • Das Bildungsniveau der Stichprobe ist relativ hoch. Alle TeilnehmerInnen haben mindestens den Abschluss der 10. Klasse Polytechnische Oberschule.
  • Die Studienergebnisse können daher auf die Gesamtbevölkerung Ostdeutschlands (andere Altersgruppen, andere Bundesländer, andere Bildungsniveaus usw.) nicht immer generalisiert werden.
  • Die Rücklaufquote nimmt im Laufe der Jahre ab. Bezogen auf die N = 587 Personen, die 1989 schriftlich erklärten, weiter mitwirken zu wollen, sind es 2019/20 beachtliche 54,7 %, die nach mehr als 32 Jahren Studienlaufzeit immer noch teilnahmen. Legt man die Personen zugrunde, deren Adressen als aktiv einzustufen sind (kein Dropout, nicht verstorben, nicht unbekannt verzogen usw.), sind es 75,0 %.
  • Die Gründe für die Nichtteilnahme/Dropout einzelner TeilnehmerInnen sind leider nicht immer bekannt und trotz aller Bemühungen auch nicht immer ermittelbar.
  • Bei Teilnahmezahlen von ca. N = 300 sind Subgruppenanalysen, zum Beispiel für Frauen einer bestimmten Einkommensgruppe, nicht immer möglich.
  • Auch bei längsschnittlichen Auswertungen kommt es durch wechselnde TeilnehmerInnen in den verschiedenen Erhebungswellen zu Stichprobenlimitationen, da viele der TeilnehmerInnen nicht immer ununterbrochen an allen Erhebungen teilnahmen.
  • Es existieren keine/kaum Vergleichsdaten aus Westdeutschland, die ähnliche Fragestellungen über eine längere Zeitspanne bei einer vergleichbaren Kohorte untersuchten.

Quellen:

Berth, H., Brähler, E., Zenger, M. & Stöbel-Richter, Y. (2020). Die Sächsische Längsschnittstudie – Zahlen und Fakten. In H. Berth, E. Brähler, M. Zenger & Y. Stöbel-Richter (Hrsg.), 30 Jahre ostdeutsche Transformation. Sozialwissenschaftliche Ergebnisse und Perspektiven der Sächsischen Längsschnittstudie. Gießen: Psychosozial-Verlag.

Berth, H., Förster, P., Brähler, E., Zenger, M. & Stöbel-Richter, Y. (2015). Die Sächsische Längsschnittstudie. In H. Berth, E. Brähler, M. Zenger & Y. Stöbel-Richter (Hrsg.), Gesichter der ostdeutschen Transformation. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sächsischen Längsschnittstudie im Porträt (S. 17-27). Gießen: Psychosozial-Verlag.