Besonderheiten

Wie bei allen empirischen Studien gibt es bei der Sächsischen Längsschnittstudie einige methodische Besonderheiten, die bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten sind:

  • Es handelt sich um eine altershomogene Stichprobe erwachsener Ostdeutscher ausschließlich aus dem Bundesland Sachsen (Regionen um Leipzig und Chemnitz).
  • Das Bildungsniveau der Stichprobe ist relativ hoch. Alle Teilnehmer haben mindestens den Abschluss der 10. Klasse Polytechnische Oberschule.
  • Die Studienergebnisse können daher auf die Gesamtbevölkerung Ostdeutschlands (andere Altersgruppen, andere Bundesländer, andere Bildungsniveaus usw.) nicht immer generalisiert werden.
  • Die Rücklaufquote nimmt im Laufe der Jahre ab. Bezogen auf die N = 587 Personen, die 1989 schriftlich erklärten, weiter mitwirken zu wollen, sind es 2017/18 beachtliche 53,3 %, die nach 30 Jahren Studienlaufzeit immer noch teilnahmen. Legt man die Personen zugrunde, deren Adressen als aktiv einzustufen sind (kein Dropout, nicht verstorben, nicht unbekannt verzogen usw.), sind es 73,1 %.
  • Die Gründe für die Nichtteilnahme/Dropout einzelner Teilnehmer sind leider nicht immer bekannt und trotz aller Bemühungen auch nicht immer ermittelbar.
  • Bei Teilnahmezahlen von ca. N = 300 sind Subgruppenanalysen, zum Beispiel für Frauen einer bestimmten Einkommensgruppe, nicht immer möglich.
  • Auch bei längsschnittlichen Auswertungen kommt es durch wechselnde TeilnehmerInnen in den verschiedenen Erhebungswellen zu Stichprobenlimitationen, da viele der TeilnehmerInnen nicht immer ununterbrochen an allen Erhebungen teilnahmen.
  • Es existieren keine/kaum Vergleichsdaten aus Westdeutschland, die ähnliche Fragestellungen über eine längere Zeitspanne bei einer vergleichbaren Kohorte untersuchten.

Quellen:

Berth, H., Brähler, E., Zenger, M. & Stöbel-Richter, Y. (2019). Die Sächsische Längsschnittstudie – Zahlen und Fakten. In H. Berth, E. Brähler, M. Zenger & Y. Stöbel-Richter (Hrsg.), 30 Jahre ostdeutsche Transformation. Sozialwissenschaftliche Ergebnisse und Perspektiven der Sächsischen Längsschnittstudie. Gießen: Psychosozial-Verlag.

Berth, H., Förster, P., Brähler, E., Zenger, M. & Stöbel-Richter, Y. (2015). Die Sächsische Längsschnittstudie. In H. Berth, E. Brähler, M. Zenger & Y. Stöbel-Richter (Hrsg.), Gesichter der ostdeutschen Transformation. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sächsischen Längsschnittstudie im Porträt (S. 17-27). Gießen: Psychosozial-Verlag.